Persönlich: Grundlos Glücklich. Grundlos sein

"Wir sind halt Dorfkinder" sagte eine Bekannte zu mir und fügte hinzu "Irgendwann kommen wir alle zurück." Die Worte sagte sie vor über einem halben Jahr und sie sind immer noch in meinem Kopf. Kurz danach wurden an zwei Tagen Lager und Wohnung von Hamburg auf das Dorf umgezogen. Ich bin nicht in mein Kindheits-Dorf zurück, sondern zwei Dörfer weiter. Dieses Dorf wird von anderen als Arsch der Welt beschrieben. Aber was soll ich sagen: Es ist halt ein schöner Arsch.



2014 hatte seine Höhen und Tiefen. Mein Leben lief in einem Hamsterrad. Die Baustellen waren groß und ich war erledigt. Von einer inneren Unruhe getrieben habe ich viele Fehlentscheidungen getroffen - vor allem auf der persönlichen Ebene. Und dann kam der Cut - es ging so nicht weiter. Meine Freunde und auch meine Familie erklärten mich für völlig bescheuert, warum sollte man in meinem Alter auf ein Dorf ziehen. Ein Dorf, welches keinen Supermarkt, Kiosk oder Tankstelle bietet. Ein Dorf, welches aus ein paar Häusern und jeder Menge Felder besteht.

Die Entscheidung beruhte vor allem auf der Wohnung. Eine kleine Wohnung, aber mit großer überdachter Terrasse und einem Garten. Ich lebe hier auf der Hälfte der Quadratmeter. Meine Möbel habe ich zum größten Teil verkauft und manches verschenkt. Es war ein sehr befreiendes Gefühl. Die Wohnung hat nur einen Raum, der ist Flur, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Küche in einem. Das mag furchtbar klingen, aber ich könnte mich nicht wohler fühlen.

Jeden Morgen geht mein erster Blick in den Garten und ich sehe meine Diskokugel, die an der Pergola hängt. An schönen Tagen wirft diese Lichtspiele in mein Zimmer.

Inzwischen bin ich zur Ruhe gekommen. Ich genieße die Natur, die Spaziergänge durch Felder und Wälder mit meinen Hunden.
 
Die Stadt ist in nur 30 Minuten erreicht. Mindestens dreimal die Woche fahre ich über die Elbbrücken oder durch den Elbtunnel, atme Stadtluft, besuche Freunde und genieße den Lärm, das Treiben.
 
Der Kontrast ist es, den ich liebe. Es ist das Gefühl alles haben zu können. Und es war für mich die richtige Entscheidung. Ich fühle mich hier wohl.
 
Ja, ich bin ein Dorfkind. Und ich steh dazu!

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