Die Bambi-Verleihung 2011 - Rückblick mit Stil

Zu Beginn der Bambi Verleihung sitze ich wie erstarrt und wirklich entsetzt vor dem Fernseher. Yvonne Catterfeld hüpft doch tatsächlich durch den Backstage Bereich und singt eine deutsche Adaption von U2's Beautiful Day um schließlich im „Finale“ auf der Bühne rumzuhüpfen, als hätte sie einen ganz schlimmen Anfall. Das kann doch nicht deren Ernst sein? Der Tanz sieht nicht wie Rock'n'Roll sondern eher wie "komm hol das Lasso raus" aus.... Eine Kamerafahrt ins Publikum zeigt ebenfalls viele irritierte Gesichter. Vor allem Sarah Nuru sah aus, als wäre sie komplett meiner Meinung. Und was hatte die gute Yvonne eigentlich an? Overknees und ein durchsichtiges Kleid, das mehr wie ein Negligee ausgesehen hat und darunter nur ein Höschen. Schon klar, dass die Öffentlich-Rechtlichen jetzt hip sein wollen, aber das ging gar nicht!!! Sorry!

Überzeugt euch nochmal selbst! Aber Warnung: Fremdschämgefahr. (mehr Bilder und alle Infos gibt es weiter unten...)

„Beste Schauspielerin National“ präsentiert von Gwyneth Paltrow

Gwyneth Paltrow hingegen trägt ein traumhaftes Dekolleté zur Show, eingehüllt von grasgrünem Glitzer in bodenlang von Ellie Saab. Die Farbe passt gut zu ihrem hellen Teint. Die Halskette ist ein Touch zu viel.

Jeanette Hain gewinnt den Bambi in dieser Kategorie und nimmt ihn seltsamer Weise in einem Brautkleid entgegen und spricht davon, dass sie sich nun endlich „besaufen“ kann. Vielleicht hat sie es auch schon getan? Sie scheint etwas verwirrt. Das Kleid hat von allem zu viel: Rüschen, Schleifen, Stoff. Oh je. Man wartet immer darauf, dass gleich der Hochzeitsmarsch gespielt wird.
Cindy aus Marzahn verleiht den Bambi an Thomas Gottschalk für das "TV Ereignis des Jahres"
Bei der lila Glitzerpracht von Cindy kann Gwyneth Paltrow leider einpacken. Dazu noch ein Pailletten-Haarband und viele, viele blonde Löckchen. Cindy ist mit Sicherheit die hübscheste Prinzessin auf dem Kiez. Herrlich. Sie verrät auch ihr Styling-Geheimnis: Thomas Gottschalk ist ihr Stil-Vorbild. Da wird einem einiges klar. Thomas ist relativ dezent unterwegs für seine Verhältnisse und trägt einen Dunkelgrün/Dunkelblau karierten Smoking mit Lederhosen. Die Verleihung läuft speziell, denn der süße Fratz von der „Gitarren-ACDC-Wette“ aus „Wetten, dass“ verleiht den Preis und spielt ein paar coole Riffs dazu.
Colleen Ulmen-Fernandez verleiht den Bambi in der Kategorie „Newcomer“ an Tom Benzko
Colleen trägt ein schönes, romantisches Kleid in Nude mit Spitze und einem wirklich offenherzigen Dekolleté. Zu ihrem Teint und ihrer zierlichen Figur mit den Kurven an der richtigen Stelle sieht es super aus.  Das Schöne an Colleen ist, dass sie ihrem hippen, aber romantischen Stil immer treu bleibt.
Tim Benzko performt seinen Hit „nur mal kurz die Welt retten“ und die Promis im Saal tanzen zaghaft im Sitzen mit. Da werden Finger geschwungen und Popos angespannt, nicht zu vergessen: Köpfe genickt. 3...2...1... Stimmung!
Veronica Ferres verleiht den Bambi der Kategorie „Schauspieler National“
Das erschlankte Vollweib zeigt ebenfalls nicht zu knapp Dekolleté und trägt ebenfalls Glitzer. Das scheint ein regelrechter Wettbewerb zu sein. Der Zweiteiler ist schwarz und figurbetont (wer kann der kann). Oben Korsage, unten bodenlanger Rock. Gut gewählt, Frau Ferres. Am Ende macht Matthias Brandt das Rennen und präsentiert sich in einem komplett schwarzen Outfit vom Smoking, über das Hemd, bis hin zur Fliege. So fällt man unter Frack-Trägern trotzdem auf.
Der Bambi in der Kategorie „unsere Erde“ präsentiert von Judith Rackers
Und hier haben wir mit ziemlicher Sicherheit den tiefsten Ausschnitt des Abends. Bis zum Bauchnabel, aber von hautfarbener, transparenter Spitze bedeckt. Das Kleid ist Königsblau und hat einen frischen und modernen Look. Geglitzert wird mit der klobigen, champagnerfarbenen Halskette. Ein durch und durch gelungener Look.
Ric O’Barry gewinnt den Award für sein großes Engagement für Delphine. Früher selbst Delphintrainer für den Publikumsliebling Flipper, heute passionierter Aktivist für ein Leben der Tiere in Freiheit und gegen das grausame Delphintöten in Japan.

Gwyneth Paltrow kündig Justin Bieber an
Der Bambi für „Best Entertainment“ geht an Teenie-Popidol Justin Bieber. Aus dem Alter wo wir einen Teenie-Sänger anhimmeln, sind wir raus, aber bei dieser riesigen Fanbase kann man den Kleinen wohl als Phänomen bezeichnen. Quasi der Star der aus dem Internat kam. Mit neuer Gelfrisur und sehr, sehr lässigem (zu lässigem) Outfit ganz in weiß, nimmt er mit sehr viel Coolness den Preis entgegen. Die weiße Lederjacke mit dem XXL-Kragen ist wirklich toll, aber für den Anlass....? Wir wissen es nicht. So schnell wie er auf die Bühne kam ist er auch schon wieder weg und performt noch schnell seinen neusten Weihnachtshit.

Der Bambi für das Lebenswerk von Ruth Maria Kubitschek
Die Schauspielerin, die gefühlt in jedem großen deutschen Fernsehfilm mitgespielt hat, bekommt eine schöne Laudatio von Axel Milberg. Ein Einspieler zeigt uns noch einmal, wie wunderschön Frau Kubitschek in ihrer Jugend gewesen ist, aber auch heute sieht sie noch unheimlich gut aus. In Sachen Glitzer kann sie sich wunderbar in die Gruppe der anderen weiblichen Prominenten  einreihen. Natürlich zeigt Frau Kubitschek in ihrem Alter nicht mehr so viel Haut, aber sie zeigt, wie man sich mit 80 Jahren gediegen elegant kleidet. Die obligatorische Perlenkette darf da natürlich nicht fehlen.

Bambi für „Talent“ verliehen von Graf von Unheilig an die blinde Musikerin Sarah Pisek
Der Graf hält eine sehr persönliche Laudatio, nachdem er Sarah beim Talentwettbewerb von KiKa „dein Song“ beigestanden hatte. Den Wettebewerb hat sie mit ihrem selbst komponierten Song „frei sein“ gewonnen und beim Bambi 2011 wurde sie mit dem Preis überrascht. Wir freuen uns für das talentierte Mädchen, aber warum schauen die Promis im Saal so pikiert?

Eva Padberg und Franziska Knuppe verleihen den Bambi für „Film National“
In tollen Roben und jeweils mit langen Glitzerohrrungen küren Eva Padberg und den Film „Männerherzen und die ganz große Liebe“ und Simon Voerhoeven zum Gewinner der Kategorie. Eva Padberg trägt ein trägerloses Kleid aus spitzen, großen Pailletten in  schwarz mit angesagten langen Schlitz am Bein.  Franziska Knuppe trägt ebenfalls ein schwarzes, trägerloses Kleid mit einem pompösen Rock. Das ganze Kleid ist mit silbernem Glitzer überzogen, der ein bisschen was von einem Spinnennetz hat.

Andrea Sawatzki verleiht den Bambi in der Kategorie „Comeback“ an Rosenstolz
Das weiße Kleid mit den schmalen Trägern sitzt leider nicht optimal. Ich frage mich, ob sie den BH vergessen hat. Jedenfalls wirft der Stoff falten und das Dekolleté hängt irgendwo. Das ist sehr schade, denn die Tatort-Kommissarin hat eine tolle Figur.
Rosenstolz, die gerade ihr Comeback nach der gesundheitsbedingten Zwangspause feiern, nehmen den Preis entgegen in dem sie erst mal ihre neue Singe „Wir sind am Leben“ performen. Mit Rosenstolz werde ich einfach nicht warm. Klamottentechnisch habe ich auch das Gefühl, dass sie immer dasselbe tragen, immer gleich aussehen und immer dieselbe Performance zeigen. Es reißt mich einfach nicht mit.
Nach dem Auftritt wird mir auch der Grund für den fehlenden BH von Andrea Sawatzki bewusst, das Kleid ist rückenfrei. Ich möchte ihr gerne sagen, was für alle Frauen mit großer Oberweite gilt: Kleider unter die kein BH passt sind nicht für euch (uns) gemacht. Allerdings noch ein Sympathie Punkt an die Band: Sie haben öffentlich bekundet, dass sie den Bambi für Bushido in der Kategorie „Integration“ nicht gerechtfertigt finden. Richtig so!
Patricia Riekl verleiht den Bambi in der Kategorie „Stille Helden“
Die Chefredakteurin der Bunten trägt Sturmfrisur, lange Chandalier-Ohrringe und ein schwarzes Kleid. Schwarz scheint die Farbe des Abends zu sein. Das Kleid fängt oben gut an mit transparentem Dekolleté und kleinen angeschnittenen Ärmeln und hängt dann aber leider etwas unvorteilhaft wie ein Sack runter. Die durchsichtigen BH-Träger sieht man dank dem Licht auch durch.  Ob es da nicht etwas Besseres gegeben hätte?
Stefan Bruhn bekommt den wichtigen Preis für ehrenamtliches Engagement für eine Tätigkeit im Kinderhospiz.
Birgit Martschin hilft Findelbabys aus einer Babyklappe bis eine Adoptivfamilie für sie gefunden ist oder sich die leibliche Mutter wieder meldet. Selbst Mutter von drei Kindern hat sie bereits 12 Findelkinder bei sich aufgenommen.
Leines Gaworski sieht aus wie ein Rocker erster Klasse, aber tatsächlich hat er ein Freizeitparadies für behinderte Kinder aufgebaut. Seine gesamte Motoradgang hat er zur Mithilfe animiert.
Alle drei Personen leisten einen tollen Beitrag zur Gesellschaft und alle drei bekommen den Preis.


Bushido bekommt den Bambi in der Kategorie „Integration“ von Peter Maffay verliehen
Der wohl umstrittenste Preis des Abends geht an Bushido für Integration. Ich habe etwas Schwierigkeiten den Grund zu verstehen. War Bushido nicht der Gangster-Rapper mit den wirklich schlimmen Texten? Hat er nicht vor laufenden Tongeräten und Kameras gegen sämtliche Randgruppen der Nation gewettert? War es nicht Bushido, der Frauen als Schlampen bezeichnet und Homosexuelle beleidigt hat? Ich finde es ja in Ordnung, wenn jemand sich ändern möchte und eine zweite Chance bekommt, aber einen Preis hat er deswegen nicht verdient. Da gibt es andere Prominente, die sich engagieren und diesen Preis sicherlich mehr verdient hätten.
Iris Berben hält posthum eine Laudation für Vicco von Bülow alias Loriot
Ziemlich glattgebügelt und im eleganten aber unaufgeregten beigen Abendkleid hält Iris Berben die Laudatio und wir dürfen noch einmal kurz über einen alten Loriot Ausschnitt lachen.
Karl Lagerfeld verleiht Lady Gaga den Bambi für "Pop International"
In gewohntem Outfit, aber zur Feier des Tages mit Glitzer auf der Krawatte und Sonnenbrille hält er in typischer Lagerfeld-Manier eine Laudatio auf Lady Gaga. Ich liebe seine Art zu reden, weil sie so authentisch ist und könnt stundenlang zuhören.
Lady Gaga performt ihren Song „Marry the Night“ am Autoklavier. Im Partnerlook mit Karl Lagerfeld trägt sie ebenfalls Sonnenbrille. Das Outfit ist nur medium-gaga. Schwarze Mütze und ein pompöser Rock oder eine Schleppe mit vielen Schichten und Rüschen. Darunter trägt sie schwarze Leggins, waghalsige Plateauschuhe, die bezeichnend für sie sind und ein asymmetrisches Top.

Sky Dumont verleiht den Publikumsbambi an den Film „Der Mann mit dem Fagott“ 
Ooops, ein peinlicher Versprecher, aber dann kommt der Preis doch noch richtig an. Wir sehen übrigens bei David Rott einen ähnlichen Anzug wie mein Jochen Schropp. Das scheint ein echter Männertrend zu sein. Sieht aber auch gut aus mit dem anders farbigen Revers.
Johannes B. Kerner verleiht den Sonderpreis der Jury
Das Binden von der Krawatte ist aber etwas schief gelaufen, Herr Kerner. Der Knoten ist viel zu lang und schmal und die Krawatte ist ebenfalls zu lang aber auch zu breit. Nicht zum nachahmen gedacht.
Der Preis ist allerdings wichtig und ehrenhaft, also genug von der Krawatte. Der Soldat Ralf Rönckendorf rettet selbstlos einen Kameraden aus dem Gefahrengebiet und verliert dabei sein Augenlicht. Er bekommt den Preis stellvertretend für alle mutigen Frauen und Männer der deutschen Bundeswehr die gegen den Terrorismus kämpfen.

Armin Rohde verleiht den Bambi der Kategorie „Film International“ an Gwyneth Paltrow
In der Laudatio bekennt sich Armin Rohde als echter Fan und Gwyneth strahlt so, wie man es von ihr gewohnt ist. Im Film „Contagious“ haben sie tatsächlich zusammen gespielt, sind sich aber vorher nie begegnet. Schade, dass Armin Rhode immer ein wenig so aussieht, als hätte er sich länger nicht die Haare gewaschen. Von dem Elli Saab Kleid dürfen wir jetzt auch die hübsche Rückenansicht mit zweigeteiltem Ausschnitt bestaunen.
Der „Millennium“ Bambi für Helmut Schmidt wird verliehen von Sandra Maischberger
Ein letztes Mal dürfen wir schwarze Pailletten, diesmal in Kombination mit Samt, sehen. Die Paillettenindustrie hat wahrscheinlich in diesem Herbst ein großes Hoch erreicht, denn diese Roben brauchen viele, viele, viele Pailletten. Das Kleid ist hübsch, nicht zu aufregend, aber passend. Die Laudatio ist cool, witzig und passt zu Helmut Schmidt. Und obwohl Maischberger Schmidt als den letzten akzeptierten Raucher des Jahres bezeichnet, sagt sie auch „74 Prozent aller Deutschen halten Helmut Schmidt für die höchste moralische Instanz des Landes“. Für mich die beste Laudatio des Abends, ohne künstlich produzierten Kitsch und dem Preisträger mehr als gerecht.
Helmut Schmidt ist einfach toll. Ich kenne keinen 93-Jährigen, der so gut aussieht und so redet. Der höchste Respekt von meiner Seite.
Fazit: Das Bambi ist ein Event, das gerne jünger wäre als es ist und es nicht wirklich schafft sich klar zu positionieren. Trotzdem war es interessant und auch ein wenig amüsant anzusehen, wenn die Übertragung auch immer wieder ihre Längen hatte. Die Outfits waren weniger überraschend, aber beinahe durchwegs elegant. Wiesbaden ist Glamour-Hauptstadt und Paillettenhochburg für eine Nacht gewesen.


Zum Abschluss noch ein kleines "Zuckerl". Supertalent-Jurorin Sylvie van der Vaart in einem wunderschönen Kleid mit tollen Schuhen am sonst eher unkreativen roten Teppich:

Kommentare

  1. wunderbar beschrieben mit yvonne catterfeld..mir gingen ganz ähnliche gedanken durch den kopf! one word: schrecklich, und zwar in jeder hinsicht!
    xx

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  2. Das hat mehr Spaß gemacht als die Verleihung selbst! Danke! Und zu Yvonne Catterfeld: OMG Was war das bitte????

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  3. ich will inzwischen jedes große tv event von euch kommentiert haben!!!

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  4. Yey, wir sind nicht allein ;) Wenn es wieder ein TV-Event gibt, sind wir schon an der Tastatur! Dienstag ist es dann auch wieder so weit: X-Factor Liveshow Nr. 5!!! Schaut rein, wenn wir wieder unseren Liveblog starten

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  5. Ich fand das Opening von Yvonne Catterfeld
    einfach klasse - toll gesungen ! Und das
    Outfit war der Wahnsinn! Und bis auf diese
    Sarah Nuru (was hat die da eigentlich gemacht?)
    waren ja wohl alles (vom Gesichtsausdruck her)
    auch begeistert!

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  6. Klasse Auftritt von Yvonne Catterfeld!
    Wer keine Ahnung hat, einfach mal xxx..

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