Asiatischer Wohnstil

Ein sehr beliebter Wohnstil ist der Asiatische. Doch wie wird dieser eigentlich umgesetzt und was kann man so richtig falsch machen? Verena Hasiewicz (Dipl Ing. Fachrichtung Innenarchitektur und Baubiologin) von www.raumatelier.de hat all unsere Fragen beantwortet und uns auch noch wunderbare Bilder zur Verfügung gestellt.
Stilpropheten: Was zeichnet den asiatischen Wohnstil aus und was muss unbedingt beachtet werden? 
Verena Hasiewicz: Der fernöstliche Wohnstil zeichnet sich im Wesentlichen durch Klarheit, Harmonie und Naturverbundenheit aus. Die Räume sind hell und luftig und in schlichten, ruhigen Farbtönen gehalten. Die Räume strahlen durch ihre Reduziertheit und Ordnung Harmonie und Ausgeglichenheit aus, die von der lebendigen Haptik (wie sich Materialien anfühlen) der eingesetzten Naturmaterialien angenehm bereichert wird. 

Im Buddhismus geht man davon aus, dass zu viel Besitz den Geist belastet. In diesem Sinne konzentriert sich die Einrichtung auf einige ausgewählte Möbel- und Dekostücke, die als wertvoller angesehen werden als eine Ansammlung von beliebigen Dingen. Alle anderen Gegenstände verschwinden in Wandschränken oder Kommoden. So bleibt Raum für Leere, die im harmonischen Gleichgewicht zur Einrichtung steht und statt Reizüberflutung Aufmerksamkeit schafft. Dieses Gleichgewicht, auch Ying und Yang genannt, zieht sich durch den ganzen Einrichtungsstil: harte und weiche Oberflächen sollten sich ebenso die Waage halten wie helle und dunkle Töne oder Symmetrie und Asymmetrie bei der Platzierung von Möbeln.


SP: Was kann man bei dem asiatischen Wohnstil so richtig falsch machen?
VH: Knallige bunte Farben passen ebenso wenig zu diesem Stil wie zu viele und zu große Muster. Alles Barocke und Verschnörkelte ist sicherlich fehl am Platze, weil sie in einen anderen Kulturkontext gehören und keine Assoziationen mit Asien wecken.

SP: Wo beziehst Du Deine Möbel und Wohnaccessoires in diesem Stil am liebsten her?
VH: Es gibt einige Läden, die sich auf Deko oder Möbel aus Fernost spezialisiert haben. Mein Favorit ist Fischers Lagerhaus, die eine tolle Auswahl zu guten Preisen anbieten. Leider gibt es nur im Rheinland Standorte dieser Firma. Am schönsten ist es natürlich, wenn man die Möglichkeit hat, diese Dinge von Reisen als Souvenir mitzubringen.
SP: Dein absolutes Lieblingsteil in diesem Wohnstil und die Geschichte, die Dich damit verbindet:
VH: Da gibt es sehr verschiedene Dinge. Ich liebe japanische Keramik ebenso wie traditionelle chinesische Schränke oder Bilderrollen. Faszinierend finde ich auch japanische Teehäuser, die in ihrer Reduziertheit und Schlichtheit so viel Ruhe ausstrahlen. 
 
Ich war diesen Sommer in Thailand und habe in der alten Königsstadt Ayuthaya eine Nachbildung eines sehr schön gearbeiteten Buddhas erstanden, den ich sehr mag und der für mich eine Erinnerung an einen wunderbaren Urlaub ist. In einem Möbelhaus habe ich vor einigen Wochen einen geschnitzten Paravant gefunden, in den ich mich sofort verliebt habe. Er steht jetzt als Kopfteil hinter unserem Bett vor einer zart grünen Wand und sieht einfach umwerfend aus! 

SP: Wie schaffe ich das gewisse Etwas und wie setze ich Highlights bei dem asiatischen Wohnstil?
VH: Bei diesem Wohnstil setzt man Highlights am besten durch ausgewählte Gegenstände, wie eine handgefertigte Holz- oder Keramikdeko im asiatischen Stil, die man besonders platziert oder ein schönes Möbel wie eine chinesische Kommode. Das gewisse Etwas schafft man durch bewusst eingesetzte Naturmaterialien, die mit ihrer Farbe eher im Hintergrund bleiben, mit ihrer dezenten Struktur ein Gefühl der Wertigkeit und Ordnung geben. 
SP: Gibt es einen Ort in dem Du den asiatischen Wohnstil am liebsten umsetzten würdest? 
VH: Ich finde diesen Stil für viele Bereiche geeignet, weil er wohnlich ist ohne plüschig zu sein. Am liebsten würde ich den Stil bei der einen oder anderen Hotelkette umsetzten, deren Zimmergestaltung ich alles andere als einladend finde. 

Beantwortet von: 

Name:
Verena Hasiewicz,
Dipl Ing. Fachrichtung Innenarchitektur, Baubiologin

Alter:
ich bin 37, Marleen ist 34

Firma:
Unser Büro heißt raum.atelier. Ich führe es zusammen mit meiner Freundin Marleen Goldemann-Sabbak (Dipl.Ing. FA Innenarchitektur). Wir haben unser Büro vor gut 5 Jahren gegründet, beschäftigen 1 Mitarbeiterin. Unser Schwerpunkt: wir entwickeln und realisieren hochwertige und innovative Raumkonzepte für Wohn- und Geschäftsbauten

Ort:
das Büro ist in der Bagelstraße 139, in 40479 Düsseldorf Pempelfort

Homepage:
www.raumatelier.de

Kurzinfo:
Räume spiegeln das Innere der Menschen wieder, die dort leben und arbeiten und wirken sich umgekehrt auch auf das Befinden der Menschen aus. Das gilt für ein Wohnzimmer ebenso wie für ein Büro oder einen Laden. Deshalb sollten diese Räume sehr sorgfältig gestaltet werden, um eine bestimmte Stimmung oder Aussage zu transportieren. Unser Anliegen ist dabei, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Menschen wohlfühlen, entspannen können oder sich anregen lassen. Je nach Art und Funktion der Räume. Ebenso wichtig ist uns, die Persönlichkeit der Auftraggeber/Firma im Entwurf widerzuspiegeln, da die Räume sonst unbelebt und anonym wirken. Was sich dann wieder auf das Befinden auswirken würde.

Kommentare

  1. die bilder gefallen mir sehr gut. kann mir vorstellen, dass asiatischer wohnstil gut aussehen kann, wenn es nicht zu überladen wirkt. bin gespannt wie es in asien ist, ziehe im februar für ein halbes jahr nach shanghai.. :)

    xxx

    AntwortenLöschen
  2. Dann wünschen wir Dir ganz viel Spaß in Shanghai! Liebe Grüße

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts